Rost am Auto entfernen

Rost stellt bei Autos ein Problem dar, das nahezu nicht zu verhindern ist. Selbst bei penibler Pflege ist es irgendwann so weit. Am Auto blüht die erste Roststelle. Das Rost nicht von alleine wieder verschwindet, ist allgemein bekannt. Rost ist ein gefräßiges Monster. Unbehandelte Roststellen breiten sich schnell aus und zerstören die befallenen Bauteile im Laufe der Zeit vollständig. Was sollte man tun, wenn man Roststellen am eigenen Auto entdeckt? 

Was ist Rost? – ein klein wenig Theorie

Als Rost wird das Korrosionsprodukt von Eisen oder Stahl bezeichnet. Es entsteht durch eine chemische Reaktion (Oxidation) des Metalles beim Kontakt mit Sauerstoff und Wasser. Sauerstoff und Wasser (Luftfeuchtigkeit) befinden sich in unserer Umgebungsluft. So wird jeder Werkstoff aus der Gruppe der Eisenmetalle ohne eine entsprechende Schutzbeschichtung im Kontakt mit unserer normalen Atemluft sofort beginnen zu rosten.
Rost hat zu dem noch zwei weitere physikalische Eigenschaften, die sehr problematisch sind und die schnelle Ausbreitung sehr fördern. Zum Einen dehnt sich das Material während des Oxidationsprozesses stark aus. Rost hat etwa das vierfache Volumen des ursprünglichen Metalles. Zum Anderen hat Rost eine poröse Struktur und saugt Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm. Diese beiden Eigenschaften führen dazu, dass aus einer minimalen Beschädigung der Lackschicht ein großer Rostschaden werden kann. Sobald Umgebungsluft auf das ungeschützte Metall trifft, beginnt es zu rosten. Durch die Volumenausdehnung entstehen Risse im Lack, durch die weitere Feuchtigkeit eindringen kann und vom Rost regelrecht aufgesaugt wird. Die Roststelle versorgt sich quasi selbst mit neuer „Nahrung“ und breitet sich unter dem Lack weiter aus.

Rost entfernen am Auto

Um eine Roststelle am Auto dauerhaft und fachgerecht zu entfernen, gibt es nur eine Vorgehensweise. Der befallene Bereich wird bis auf das blanke Metall abgeschliffen, Durchrostungen werden durch Einschweißen neuer Bleche beseitigt und es erfolgt ein komplett neuer, mehrschichtiger Lackaufbau. Punkt! Alles Andere ist Flickschusterei und hilft allenfalls für einen begrenzten Zeitraum.

Ausnahme Flugrost

Als Flugrost bezeichnet man rostende Eisenpartikel, die sich in der Schmutzschicht auf einer Oberfläche befinden. Es rostet also nicht das Auto, es rostet eisenhaltiger Schmutz. Daher kann man Flugrost durchaus auf Kunststoffteilen oder sogar Glas finden. Um den Flugrost los zu werden, reicht es, die rostende Schmutzschicht zu entfernen und die Lackschicht wieder aufzupolieren. Allzu lange sollte man mit der Beseitigung allerdings nicht warten. Durch die oben beschriebenen Eigenschaften bedingt, greift der rostige Schmutz die Lackschicht sehr stark an. Schnell wird so aus dem, eher harmlosen, Flugrost ein „echtes Rostproblem“.

Was also tun, wenn man Roststellen am geliebten Auto entdeckt? Wie man Rost richtig beseitigt habe ich ja oben beschrieben. Ich weiß, dass viele da widersprechen würden und mit Rostumwandlern und speziellen Farbmischungen argumentieren, die man auch direkt auf den Rost pinseln kann. Ich will nicht abstreiten, dass es da durchaus Lösungen gibt, die bei richtiger Anwendung an der passenden Stelle zu einem akzeptablen Ergebnis führen können, aber zu oft ist die Wirkung der angepriesenen Wundermittel und Weltneuheiten nur von sehr kurzer Dauer oder, noch schlimmer, unter der schicken Deckschicht rostet es fröhlich weiter. Ich bin mir sicher, wenn es denn wirklich so ein Wundermittel gäbe, dann würden es die Leute nutzen, die sich beruflich ständig mit dem Thema Rost rumschlagen müssen. Die Berufsschifffahrt. Die Stahlschiffe sind ständig der aggressiven, salzigen Seeluft ausgesetzt und Rost ist daher ein riesiges Problem. Was also nutzen die Profis?

Der kleine Rostschutz für zwischendurch

Schaut man sich bei den Seeleuten um, dann trifft man auf einige Produkte, die auch beim Auto sehr praktisch sind. Mein absoluter Liebling dabei ist Owatrol. Warum? Owatrol ist ein Mittel auf Leinölbasis mit unwahrscheinlich guten Kriecheigenschaften. Es unterwandert den Rost und härtet nach wenigen Tagen an der Luft aus. Dadurch wird der Rost von der Umgebungsluft getrennt und kann sich nicht weiter ausbreiten. Owatrol gibt es auch als Spray. So kann man schnell und recht zuverlässig auch Rostnester stoppen, die schwer zugänglich sind. Ist das Öl einmal richtig durchgehärtet, hat man eine stabile Schicht, die auch überlackiert werden kann. Loser Rost muss natürlich vorher grob entfernt werden, ab einer gewissen Schichtdicke dringt auch Owatrol nicht bis zum blanken Metall durch. Da es sich aber um ein natürliches Leinölprodukt handelt, braucht man sich auch bei großzügiger Verwendung keine Sorgen um die Umwelt zu machen. Optisch macht eine mit Owatrol behandelte Roststelle natürlich nichts her. Die durchdrungenen Bereiche färben sich schwarz und wirken leicht glänzend aber wenigstens ist das Monster Rost gestoppt und man gewinnt Zeit, bis die Stelle mal fachgerecht ausgebessert wird.

Für Autos geeignete Rostumwandler


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